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Rush Limbaugh
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Rush Hudson Limbaugh III ([]; * 12. Januar 1951 in Cape Girardeau, Missouri; â 17. Februar 2021 in Palm Beach, Florida) war ein rechtskonservativer US-amerikanischer Radiomoderator, Entertainer und Moderator der The Rush Limbaugh Show. Seine Sendung wurde seit August 1988 landesweit ausgestrahlt; 2005 hatte sie nach einer Arbitron-Umfrage zwischen 14 und 20 Millionen ZuhĂśrer pro Woche. Innerhalb des Segments Talk radio war damit seine ZuhĂśrerschaft die grĂśĂte in den USA. Limbaugh galt neben Sean Hannity als einer der einflussreichsten Vertreter der New Right in den Massenmedien.
Der als erzkonservativ eingeschätzte Limbaugh war ein groĂer UnterstĂźtzer des US-Präsidenten Donald Trump und galt als eine der einflussreichsten MedienpersĂśnlichkeiten der US-Geschichte.cite-ref-1[1] Er hatte ein wĂśchentliches Publikum von ca. 15 Mio. ZuhĂśrern und hatte groĂen Einfluss auf die republikanische Partei. Er war bekannt dafĂźr, rechtskonservative Positionen zu vertreten, VerschwĂśrungstheorien zu verbreiten und Kritik an Liberalen, Demokraten, Feministen und Umweltaktivisten zu Ăźben.cite-ref-2[2] Er galt als polarisierende und spaltende PersĂśnlichkeit, der unter anderem Sexismus und Rassismus vorgeworfen wurden, und war Anhänger der rassistischen Birther-Bewegung.cite-ref-3[3] Aufgrund seiner ĂuĂerungen zu Rassismus, LGBTQ-Angelegenheiten und Feminismus und weiteren Themen war er stark umstritten, zudem leugnete er den Klimawandel.
Contents
⢠Leben
⢠Familie
⢠Frßhe Jahre
⢠Tod
⢠Ansichten
⢠AuĂenpolitik
⢠Drogenpolitik
⢠Feminismus
⢠LGBTQ
⢠Barack Obama
⢠Donald Trump
⢠COVID-19
⢠Auszeichnungen
⢠Trivia
⢠Weblinks
⢠Literatur
⢠Einzelnachweise
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Leben
Familie
Rush Limbaugh wurde in Cape Girardeau, Missouri, als Sohn von Mildred âMillieâ Carolyn (geb. Armstrong), und Rush Hudson Limbaugh jr. geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt und Kampfflieger im Zweiten Weltkrieg, der im Gebiet China-Burma-Indien diente. Der Vorname âRushâ erinnert an den Geburtsnamen des Familienmitglieds Edna Rush.cite-ref-colford-4-0[4] In seiner Familie gibt es etliche Juristen, neben seinem Vater auch sein GroĂvater und sein Bruder David. Sein Onkel Stephen N. Limbaugh sr. ist ein von Ronald Reagan ernannter Bundesrichter an einem Bezirksgericht in Missouri, und sein Cousin Stephen N. Limbaugh jr. ist Richter am Obersten Gerichtshof von Missouri. GroĂvater Rush Limbaugh sr. war in Missouri Staatsanwalt, Richter, Sonderbevollmächtigter und von 1930 bis 1932 Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Missouri.cite-ref-5[5] Limbaughs GroĂvater war hoch angesehen als einer der âPatriarchenâ der Gesellschaft von Cape Girardeau und langjähriger Vorsitzender der Historischen Gesellschaft von Missouri. Als Rush sr. im Alter von 104 Jahren starb, war er noch immer als Anwalt tätig. Das Gebäude des Bundesgerichts in Cape Girardeau ist nach ihm benannt.
Limbaugh war seit 2010 in vierter Ehe mit der Eventmanagerin Kathryn Rogers verheiratet. Er hatte keine Kinder. Am 3. Februar 2020 informierte er die Ăffentlichkeit Ăźber seine fortgeschrittene Lungenkrebserkrankung.cite-ref-6[6]
FrĂźhe Jahre
Limbaugh begann seine Radiokarriere als Jugendlicher 1967cite-ref-7[7] in seiner Heimatstadt Cape Girardeau unter dem Namen Rusty Sharpe.cite-ref-colford-4-1[4] Er schloss die Cape Central High School 1969 ab. Auf Wunsch seiner Eltern schrieb er sich an der Southeast Missouri State University ein. Nach zwei Semestern brach er sein Studium ab; seine Mutter sagte, âhe flunked everythingâ (er fiel bei allem durch), sogar eine Veranstaltung zum modernen Tanz.cite-ref-colford-4-2[4] Wie er 1992 einem Reporter sagte, âschien er an nichts anderem als Radio interessiert zu seinâ.cite-ref-8[8]
AnschlieĂend moderierte er Musikprogramme bei wechselnden Radiostationen unter dem Pseudonym Jeff Christie. 1979 begann er fĂźr einige Jahre fĂźr das Baseball-Team der Kansas City Royals zu arbeiten.
Beginn der Radiokarriere
1984 begann Limbaugh als regelmäĂiger Talkshow-Host beim Mittelwellensender KFBK in Sacramento, Kalifornien. Davor hatte er bei einer Reihe kleiner Sender hauptsächlich Musiksendungen moderiert. Die Show war auch ein Grund, dass Mittelwellensender sich zu einem Nachrichten- und Gesprächsmedium wandelten, als in den 1970er-Jahren die Zahl der ZuhĂśrer sank. Der Aufstieg von Rush Limbaugh und seiner rechtskonservativen Show fiel zudem zusammen mit einer Gesetzesänderung im US-Medienrecht. Bis 1987 waren US-amerikanische Radiosender verpflichtet, eine ausgeglichene politische Berichterstattung zu bieten. Die âFairness Doctrineâ, eine Vorschrift von 1949, wurde unter Präsident Reagan 1987 abgeschafft. Bis dahin musste, wenn in einem Medium ein konservativer Standpunkt vertreten wurde, eine progressive bzw. liberale Haltung dagegen gestellt werden (und umgekehrt). Auch vorher gab es daher konservative Talkformate, jedoch war es bis dahin nicht mĂśglich gewesen, einem ideologisch komplett einseitigen Programm mit einer homogenen Zielgruppe soviel Raum zu geben.
Kritiker beklagen seither oft die mangelnde Balance zwischen rechtskonservativen und linken bzw. liberalen Standpunkten in den meisten Talkshows im US-Radio, namentlich bei Limbaugh. Limbaugh entgegnete darauf, dass Zeitungen und Fernsehen (mit Ausnahme von Fox News) seiner Auffassung nach linke bzw. âliberaleâ Positionen massiv bevorzugten, die aber nicht der Meinung der BevĂślkerung entsprächen, weshalb er mit seiner Sendung ein Gegengewicht darstelle und nicht etwa rechts stehe, sondern fĂźr die Mehrheit spreche. Er war dabei einer der ersten, die âliberalâ konsequent als Schimpfwort benutzten, ähnlich wie später Glenn Beck, Sean Hannity und andere. Wurden ihm Falschaussagen und Tatsachenverdrehungen nachgewiesen, so behauptete Limbaugh meist, eben kein neutraler Reporter zu sein, sondern bezeichnete sich als Unterhalter (Entertainer), der natĂźrlich nicht beanspruche, Fakten wiederzugeben. Nach Angaben der Medienforscherin Allison Schafer von der American University in Washington, D.C. bestand die Zielgruppe von Limbaugh dabei aus ZuhĂśrern, die mehrheitlich männlich, weiĂ, konservativ, gering gebildet und bereits recht alt sind.
Aufsehen erregte im Oktober 2003 seine Oxycontin-Sucht. In Deutschland wird der Wirkstoff Oxycodon als Schmerzmittel unter dem Handelsnamen Oxygesic verkauft und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Ăhnlich ist die Rechtslage in den USA. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen Limbaugh wegen des Verdachtes, sich bei mehreren Ărzten Verschreibungen fĂźr das Schmerzmittel erschlichen zu haben, was dieser aber abstritt. Im April 2006 wurde das Verfahren nach einem Vergleich unter der Bedingung eingestellt, dass Limbaugh die entstandenen Kosten der Ermittlungen von US$ 30.000 bezahlen und sich von einem Arzt wegen seiner Sucht behandeln lassen musste. Vor der EnthĂźllung seiner eigenen Sucht hatte Limbaugh in seiner Sendung regelmäĂig Drogenabhängige moralisch verdammt und hohe Gefängnisstrafen fĂźr DrogensĂźchtige gefordert.cite-ref-9[9]
The Rush Limbaugh Show
Zunächst in einem lokalen Sender produziert, avancierte die Rush Limbaugh Show zu einer der meistgehĂśrten Talkshows im US-Radio. Verbreitet wurde sie vom Programmvermarkter des grĂśĂten Radiokonzernes des Landes, Premiere Radio Networks.
1988 verlieĂ Limbaugh mit seiner Show KFBK Sacramento und ging zum US-weit operierenden ABC Radio Network, was seine Bekanntheit noch deutlich erhĂśhtecite-ref-10[10]. "The Rush Limbaugh Show" wurde zu einem der ersten landesweit ausgestrahlten Programme seiner Art. Seine Show mit einem strikt einseitigen konservativen Tenor fand Dutzende Nachahmer in den USA. Zusätzlich wurden 1996 durch eine Ănderung im Telekommunikationsgesetz die Besitzbeschränkungen fĂźr Radio- und Fernsehsender weitgehend aufgehoben, was groĂe Konzerne begĂźnstigte, bei denen Rush Limbaugh, Sean Hannity und andere unter Vertrag sind.cite-ref-11[11]
Anfang Juli 2008 wurde bekannt, dass Limbaugh den Arbeitsvertrag mit seinem Arbeitgeber, dem Unternehmen Premiere Radio Networks, das zum grĂśĂten US-Medienkonglomerat iHeart Media gehĂśrt, bis 2016 verlängert hatte und dafĂźr insgesamt mehr als 400.000.000 Dollar erhält. Nach den 12-Uhr-Nachrichten redet Limbaugh drei Stunden lang âvornehmlich Ăźber Politik, Ăźber die Welt, das Leben, gerne Ăźber sich selbstâ.cite-ref-12[12]
Tod
Limbaugh machte im Februar 2020 Ăśffentlich, dass er an fortgeschrittenem Lungenkrebs litt. Daraufhin erhielt er einen Tag später vom US-Präsidenten Trump â und entgegen den Ăźblichen Gepflogenheiten bei der Verleihung â die Presidential Medal of Freedom, die hĂśchste zivile Auszeichnung der USA. Am 17. Februar 2021 starb Limbaugh an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung.cite-ref-wapo-nachruf-13-0[13]
Limbaugh war Zigarrenliebhaber und setzte sich lange Zeit fĂźr den Tabakkonsum ein.cite-ref-wapo-nachruf-13-1[13] Nach eigenen Angaben begann er zudem als Teenager mit dem Zigarettenrauchen, gab dies aber Anfang der 1980er Jahre wieder auf. Im Jahr 2015 stellte er den Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs in Frage.cite-ref-14[14]
Ansichten
In seinem ersten Buch The Way Things Ought To Be bekannte sich Limbaugh dazu, ein Konservativer zu sein, und kritisierte das Verhalten anderer TV- und Radio-Moderatoren, jede politische Voreingenommenheit abzustreiten und zu behaupten, objektiv zu sein. Limbaugh war ein entschiedener Kritiker von Mitgliedern des moderaten, âlinkenâ FlĂźgels innerhalb der Republikanischen Partei, wobei er diese fĂźr den Wahlsieg Barack Obamas bei den Präsidentschaftswahlen 2008 verantwortlich machte, und sie dazu aufforderte, die Republikanische Partei zu verlassen.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]cite-ref-17[17]
Im Zuge der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2012 profilierte sich Limbaugh als die neben Glenn Beck wohl prominenteste Stimme der rechten Tea-Party-Bewegung.
Die Washington Post schrieb in einem Nachruf, dass Limbaugh âmit komĂśdiantischem Bombast und unerbittlichem Bashing von Liberalen, Feministinnen und UmweltschĂźtzern zum populärsten Radio-Talkshow-Moderator der Nationâ wurde und die Republikanische Partei zu einer âPolitik der Wut und Blockadeâ gefĂźhrt habe.cite-ref-wapo-nachruf-13-2[13]
AuĂenpolitik
Gemäà seinen neokonservativen Ansichten befĂźrwortete Limbaugh eine interventionistische AuĂenpolitik,cite-ref-18[18] forderte eine mĂśglichst umfangreiche UnterstĂźtzung der USA fĂźr Israel und kritisierte die seiner Ansicht nach zu antiisraelische Politik der Demokratischen Partei und der Obama-Regierung.cite-ref-19[19] Er war ein BefĂźrworter sämtlicher unter der Regierung George W. Bushs begonnenen Kriegseinsätze einschlieĂlich des zweiten Irakkriegs.cite-ref-nytsellsletter-20-0[20]
Drogenpolitik
Limbaugh kritisierte die seiner Ansicht nach zu lasche Gesetzgebung und Strafverfolgung in den USA gegenĂźber Drogenkriminalität.cite-ref-fairdrugs-21-0[21] Er vertrat die Ansicht, dass die Strafverfolgung von Drogendelikten besonders gegenĂźber weiĂen US-Amerikanern zu lax sei.cite-ref-fairdrugs-21-1[21] Limbaughs Aussagen zu Drogenkonsum wurden von zahlreichen Medien hervorgehoben, nachdem er 2003 selbst in einer Drogenrehabilitationseinrichtung war.cite-ref-22[22]
Feminismus
Limbaugh war ein entschiedener Kritiker des Feminismus. Er machte den Begriff âFeminaziâ populär,cite-ref-thewayp191-23-0[23] dessen Kreation er dem Wirtschaftswissenschaftler Tom Hazlett zuschrieb und den er als Bezeichnung fĂźr besonders intolerante und auf die Entkriminalisierung von Abtreibungen fokussierte Feministen verwendete:
âIch bevorzuge es, die widerwärtigsten unter den Feministen als das zu bezeichnen, was sie wirklich sind: Feminazis. Tom Hazlett, ein guter Freund von mir und ein geachteter und hochangesehener Professor fĂźr Wirtschaftswissenschaften an der University of California at Davis, prägte diesen Begriff zur Bezeichnung von Frauen, die intolerant gegenĂźber jedweder Ansicht sind, die militanten Feminismus infrage stellt. Ich gebrauche ihn häufig als eine Bezeichnung fĂźr Frauen, die davon besessen sind, einen modernen Holocaust fortbestehen zu lassen: Abtreibung.â
â
Rush Limbaugh
:
The Way Things Ought to Be.
1992
Limbaugh lehnte das Konzept der Einwilligung (consent) in sexuellen Beziehungen ab.cite-ref-24[24]
Umwelt und Klimawandel
Limbaugh war seit ca. Ende der 1980er Jahre unter konservativen Radiomoderatoren die treibende Figur im Kampf gegen den Umweltschutz und war bekannt dafĂźr, âUmweltspinnerâ (âenvironmental wackosâ) und vor allem Al Gore zu verunglimpfen. Dem allgemeinen Trend im konservativen Spektrum der US-Politik folgend machte er dabei den Klimawandel zu seinem Lieblingsziel.cite-ref-25[25]
Limbaugh war bekennender Klimaleugner. Er lehnte den wissenschaftlichen Konsens Ăźber den menschengemachten Klimawandel und den Zusammenhang zwischen FCKW und dem Abbau der Ozonschicht ab. Er sagte, dass Klimawissenschaft ânur ein Haufen Wissenschaftler ist, die sich um eine politische Aussage herum organisiert haben.âcite-ref-26[26] In seiner Funktion als Talkshowhost spielte er zusammen mit weiteren Medien eine SchlĂźsselrolle bei der Leugnung des Klimawandels.cite-ref-countermovement-316f-27-0[27]
Im März 2011 spottete Limbaugh im Zusammenhang mit der japanischen Tsunami-Katastrophe Ăźber das in einem Auffanglager fĂźr obdachlos gewordene Ăberschwemmungsopfer praktizierte Abfalltrennungssystem. Dabei mokierte er sich Ăźber die seiner Ansicht nach hier vorliegende Ironie des Schicksals, dass die Natur ausgerechnet diejenigen heimgesucht hätte, die sich mit ihrem Abfalltrennverhalten fĂźr deren Schutz engagiert hätten.cite-ref-28[28]
LGBTQ
Limbaugh bediente sich immer wieder einer Anti-LGBTQ-Rhetorik. Er sah homosexuelle Sexualpraktiken als unhygienisch an, traf besonders in den 1990er Jahren diskriminierende Aussagen Ăźber HIV/AIDS-Opfer und nannte das Virus âRock Hudsons Krankheitâ sowie âdas einzige staatlich geschĂźtzte Virusâ.cite-ref-29[29] Limbaugh behauptete 2007, dass das Virus sich nicht âauf die heterosexuelle Gemeinschaft ausbreiteteâ und verteidigte gleichzeitig die Reaktion des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan auf die HIV/AIDS-Epidemie in den 1980ern.cite-ref-30[30] Er verbreitete zudem VerschwĂśrungstheorien bezĂźglich der LGBTQ-Community der USA â etwa als er behauptete, die Obama-Administration wolle lesbische Farmerinnen in den ländlichen Gebieten der USA ansiedeln, damit diese die dortige Vorherrschaft der Republikaner brechen.cite-ref-31[31] Mehrmals wurde Limbaugh vorgeworfen, seine homofeindliche Rhetorik habe die Beziehungen zwischen homosexuellen Jugendlichen, die in den 1990er und 2000er Jahren aufwuchsen, und ihren Eltern nachhaltig beschädigt und das Coming Out vieler Jugendlicher erheblich erschwert.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33]
Limbaugh sprach sich fĂźr konservative Werte in Hinblick auf Ehe und Familie aus. Er war ein Gegner der Ehe fĂźr Alle.cite-ref-34[34] Dass der in vierter Ehe verheiratete Limbaugh in der Diskussion um die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den Vereinigten Staaten Präsident Obama vorwarf, mit seiner BefĂźrwortung der gleichgeschlechtlichen Ehe einen âKrieg gegen die traditionelle Eheâ zu fĂźhren, resultierte in scharfer Kritik an Limbaughs Doppelmoral.cite-ref-35[35]cite-ref-36[36]
Barack Obama
2007 bezeichnete er den damaligen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama als âmagischen Negerâ (âMagic Negroâ), und sah Obama als Teil einer von ACORN angestachelten VerschwĂśrung, die das Ziel verfolge, schwarzen Jugendlichen beizubringen, Amerika zu hassen.cite-ref-37[37]cite-ref-splcbigot-38-0[38]
Limbaugh setzte sich während der US-Präsidentschaftswahl 2008 stark gegen Barack Obama ein und verbreitete falsche Behauptungen, Obama sei nicht in den Vereinigten Staaten geboren worden.cite-ref-39[39] Er beschuldigte Obama, seine Hautfarbe zu benutzen, um Kritik an seiner Politik zu verhindern, und sagte, er sei in seinem ersten Amtsjahr nur deshalb erfolgreich gewesen, weil konservative Mitglieder des 111. Kongresses Rassismusvorwßrfe fßrchteten.cite-ref-40[40]
Limbaugh war der Meinung, Obamas AuĂenpolitik, einschlieĂlich des Abzugs der US-Truppen aus dem Irak, ermĂśglichte den Aufstieg des Islamischen Staates im Irak und der Levante.cite-ref-41[41] Er behauptete auch, dass der Bengasi-Anschlag 2012 von Obama und Hillary Clinton autorisiert wurde und spekulierte, dass die E-Mail-Affäre des 2016 Democratic National Committee Beweise dafĂźr offenbaren wĂźrde.cite-ref-42[42]
Während der westafrikanischen Ebolafieber-Epidemie machte Limbaugh 2014 Obama fßr die Ausbreitung der Krankheit in den Vereinigten Staaten verantwortlich und behauptete, er hätte Flugreisen nach Westafrika stoppen sollen.cite-ref-43[43]
Donald Trump
Limbaugh unterstĂźtzte die Kandidatur und die Präsidentschaft von Donald Trump konsequent. Nach der Wahl wurde er UnterstĂźtzer von Deep-State-VerschwĂśrungstheorien und behauptete, dass die Vereinigten Staaten in einen âKalten Kriegâ eingetreten seien, in dem die Demokratische Partei versuche, die Wahlergebnisse unrechtmäĂig zu kippen, und dass es Teil eines Trends der Demokraten sei, Wahlen anzufechten und schlieĂlich freie Wahlen in den Vereinigten Staaten ganz zu beseitigen.cite-ref-44[44]
Limbaugh wies die Kontroversen Ăźber die Verbindungen zwischen Trump-Mitarbeitern und russischen Beamten durchgehend von der Hand. Er behauptete, dass die FBI-Ermittlungen gegen Michael Flynn und Paul Manafort sowie die anschlieĂende Ermittlung des Sonderberaters Robert Mueller von Barack Obama und der Demokratischen Partei inszeniert wurden, um die Legitimität von Trumps Präsidentschaft zu untergraben.cite-ref-45[45]
COVID-19
Zur COVID-19-Pandemie behauptete Limbaugh im Februar 2020, dass das Virus nichts weiter als eine gewĂśhnliche Erkältung sei und instrumentalisiert werde, um Trump zu stĂźrzen.cite-ref-46[46] Die US-GesundheitsbehĂśrde widersprach und gab an, dass âdas Virus, das COVID-19 verursacht, nicht dasselbe ist wie die Coronaviren, die Ăźblicherweise unter Menschen zirkulieren und leichte Krankheiten wie die gewĂśhnliche Erkältung verursachen.âcite-ref-47[47] Limbaughs Aussage wurde als âhĂśchst unverantwortlichâ bezeichnet.cite-ref-48[48]
Kritik und Kontroversen
Limbaughs ĂuĂerungen waren oft stark umstritten. So äuĂerte er sich z. B. zu dem Folterskandal in Abu Ghuraib dahingehend, dass die Behandlung der Iraker durch US-Soldaten auch nicht schlimmer gewesen sei als ein Initiationsritus bei der Studentenverbindung Skulls and Bones. Indem man gegen die amerikanischen Täter vorgehe, wĂźrde man Menschen bestrafen und ihr Leben ruinieren, bloĂ âweil sie sich amĂźsiert habenâ.cite-ref-49[49]
2010 forderte er, man solle Julian Assange, den GrĂźnder von Wikileaks, lynchen.cite-ref-50[50] Am 14. Oktober 2011 kritisierte er, dass die US-Regierung unter Barack Obama Mittel zur Bekämpfung der terroristischen Lordâs Resistance Army (LRA) in Afrika bereitstellte. Er erklärte in seiner Radioshow: âLordâs Resistance Army sind Christen. Sie bekämpfen die Muslime im Sudan. Und Obama schickt Truppen, um sie vom Schlachtfeld zu entfernen, was bedeutet, sie zu tĂśten [âŚ] So, das ist ein neuer Krieg: Hunderte von Soldaten, um Christen im Sudan und Uganda auszulĂśschen.âcite-ref-rush1-51-0[51] Später in der gleichen Show, nach einer Pause, ruderte Limbaugh allerdings zurĂźck und sagte: âStimmt das? Der LRA wird wirklich schlimmes Zeugs vorgeworfen? Kidnappen von Kindern, Folter, Mord, so ein Zeug? Nun, wir haben das erst heute rausgefunden. Wir werden natĂźrlich sorgfältige Recherche betreiben. Nichtsdestoweniger haben wir hunderte Soldaten dorthin geschickt, um diese Jungs zu bekämpfen [âŚ] und sie sagen von sich, Christen zu sein.âcite-ref-rush2-52-0[52]
Limbaughs ĂuĂerungen Ăźber Schwarze standen häufig in der Kritik und werden von vielen Beobachtern als rassistisch eingeschätzt.cite-ref-53[53]cite-ref-wilson19-54-0[54]cite-ref-55[55] DarĂźber hinaus vertrat er in seiner Radioshow die Ansicht, dass die Phantombilder einiger gesuchter Verbrecher dem Bild des schwarzen Politikers und BĂźrgerrechtlers Jesse Jackson ähnelten, und verglich die schwarzen Spieler der National Football League mit den Bloods und Crips, bloĂ ohne Waffen.cite-ref-splcbigot-38-1[38]cite-ref-56[56] Einem schwarzen Anrufer sagte Limbaugh, der Anrufer solle sich gefälligst erst den âKnochen aus der Naseâ nehmen und dann noch mal anrufen.cite-ref-wilson19-54-1[54]
Anfang 2012 kritisierte er Sandra Fluke, eine Studentin an der katholischen Georgetown University, weil sie bei einer AnhĂśrung der demokratischen Kongressabgeordneten ausgesagt hatte. Bei dieser AnhĂśrung, bei der es um die Erstattung von VerhĂźtungsmitteln fĂźr Frauen durch Krankenkassen ging, hatte Fluke gefordert, Frauen aus armen BevĂślkerungsschichten, die sich keine Kondome leisten kĂśnnten, staatlich zu unterstĂźtzen. Limbaugh, der als Anhänger der Lebensrechtsbewegung (âpro-lifeâ) EmpfängnisverhĂźtung grundsätzlich ablehnte, warf Fluke daraufhin vor, sie wolle demnach, dass Frauen vom Staat Geld bekommen sollten, um Sex zu haben. Unter anderem bezeichnete er sie dabei als âProstituierteâ, âSchlampeâ und âFeminaziâ und mutmaĂte, sie habe so viel Sex, dass sie kaum noch laufen kĂśnne. SchlieĂlich forderte er sie auf, Pornovideos von sich ins Internet zu stellen.cite-ref-57[57] Eine Reihe von Anzeigenkunden stornierte daraufhin ihre Aufträge.cite-ref-58[58] Limbaugh entschuldigte sich später fĂźr seine Wortwahl.cite-ref-59[59] Fluke, mit der sich auch Präsident Barack Obama solidarisch erklärt hatte,cite-ref-60[60] nahm diese Entschuldigung nicht an.cite-ref-61[61]
Einige Wochen vor den Präsidentschaftswahlen 2012 erklärte Limbaugh in seiner Sendung, es sei sicher, dass der Republikaner Mitt Romney einen Erdrutschsieg Ăźber Obama erringen werde: Die Umfragen, die anderes vorhersagten, seien entweder schlecht gemacht â da zu wenig traditionell republikanisch gesinnte Wähler befragt worden seien â oder schlicht von den liberalen Medien gefälscht worden.cite-ref-62[62]
Zum Anschlag auf den Boston-Marathon erklärte Limbaugh: âIch glaube man sollte nicht verwerfen, dass wir in diesem Land in einem wirtschaftlichen Desaster sind. Es gibt Leute, die einfach nicht mehr weiter wissen. Sie finden keine Arbeit, keinen Job, keinerlei Hoffnung. Das fĂźhrt zu allerlei Ărger und Chaos.âcite-ref-63[63]
GemeinnĂźtziges Engagement
Engagement gegen Leukämie und Lymphdrßsenkrebs
Seit 1990 veranstaltete Limbaugh den jährlichen Spenden-Telethon EIB Cure-a-Thoncite-ref-64[64] zum Wohle der Leukemia & Lymphoma Society â einer gemeinnĂźtzigen Organisation, die sich der Erforschung von Leukämie und LymphdrĂźsenkrebs sowie der Betreuung der Erkrankten und ihrer AngehĂśrigen widmet.cite-ref-65[65] DarĂźber hinaus spendete Limbaugh der Society weitere Summen aus seinem PrivatvermĂśgen in der HĂśhe von 250.000-Dollar jährlich in den Jahren 2003 bis 2006.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67] Im Jahr 2007 spendete Limbaugh der Leukemia & Lymphoma Society 320 000 US-Dollar,cite-ref-68[68] eine Summe, die er im darauffolgenden Jahr auf 400 000 US-Dollar erhĂśhte.cite-ref-69[69]
Engagement fĂźr Kinder verstorbener US-Marines und Polizeibeamter
Presidential Medal of Freedom
Der US-Präsident Donald Trump verlieh Limbaugh während der traditionellen Rede zur Lage der Nation am 4. Februar 2020 die Presidential Medal of Freedom. Die Auszeichnung nahm Melania Trump während der Rede im Plenarsaal des US-Repräsentantenhauses vor.cite-ref-0-71-0[71]cite-ref-1-72-0[72]
Auszeichnungen
⢠Marconi Radio Award der National Association of Broadcasters in der Kategorie PersÜnlichkeit des Jahres (1992)
⢠Aufnahme in die National Radio Hall of Fame (1993)
⢠Marconi Radio Award der National Association of Broadcasters in der Kategorie PersÜnlichkeit des Jahres (1995)
⢠Aufnahme in die NAB Broadcasting Hall of Fame (1998)
⢠Marconi Radio Award der National Association of Broadcasters in der Kategorie PersÜnlichkeit des Jahres (2000)
⢠Marconi Radio Award der National Association of Broadcasters in der Kategorie PersÜnlichkeit des Jahres (2005)
⢠Marconi Radio Award der National Association of Broadcasters in der Kategorie PersÜnlichkeit des Jahres (2014)
⢠Childrenâs Choice Book Award des Childrenâs Book Council in der Kategorie Autor des Jahres fĂźr Rush Revere and the Brave Pilgrims: Time-Travel Adventures With Exceptional Americans (2014)cite-ref-73[73]
⢠Presidential Medal of Freedom durch Präsident Donald Trump (2020)cite-ref-0-71-1[71]cite-ref-1-72-1[72]
VerĂśffentlichungen
⢠The Way Things Ought to Be. Pocket Books, New York 1992, ISBN 0-671-75145-X.
⢠See, I Told You So. Pocket Books, New York 1993, ISBN 0-671-87120-X.
⢠Rush Revere and the Brave Pilgrims: Time-Travel Adventures With Exceptional Americans. Threshold Editions, 2013, ISBN 978-1-4767-5586-1.
⢠Rush Revere and the First Patriots: Time-Travel with Exceptional Americans. Threshold Editions, 2014, ISBN 978-1-4767-5588-5.
⢠Rush Revere and the American Revolution: Time-Travel Adventures With Exceptional Americans. Threshold Editions, 2014, ISBN 978-1-4767-8987-3.
⢠Rush Revere and the Star-Spangled Banner: Time-Travel Adventures With Exceptional Americans. Threshold Editions, 2015, ISBN 978-1-4767-8988-0.
⢠Rush Revere and the Presidency: Time-Travel Adventures With Exceptional Americans. Threshold Editions, 2016, ISBN 978-1-5011-5689-2.
Trivia
⢠Rush Limbaugh spielte einen der Hauptakteure in einer Folge der TV-Serie 'Family Guy'. Er synchronisierte sich selbst. Staffel 9, Folge 3
⢠Das Buch Rush Limbaugh Is a Big Fat Idiot and Other Observations ISBN 0-385-31474-4 (dt.: Rush Limbaugh ist ein groĂer fetter Idiot und andere Beobachtungen), das 1996 von Al Franken herausgebracht wurde, war ein Bestseller in den USA.cite-ref-74[74]
Weblinks
Commons
: Rush Limbaugh
â Sammlung von Bildern und Videos
⢠The Rush Limbaugh Show
⢠Spiegel Online: Zum Tod des US-Talkers Rush Limbaugh. Der Brandstifter â Nachruf
⢠Limbaugh-Dossier von Fairness & Accuracy in Reporting (FAIR)
⢠Zev Chafets: âLate-Period Limbaughâ, New York Times / Sunday's Times Magazine, 6. Juli 2008, Reportage
⢠Timothy Egan: âFears of a Clownâ, New York Times, 4. März 2009
Literatur
⢠Kathleen Hall Jamieson und Joseph N. Cappella: Echo chamber: Rush Limbaugh and the conservative media establishment. Oxford University Press, Oxford 2008, ISBN 978-0-19-536682-2. Teilweise einsehbar bei Google Books.
⢠Ze'ev Chafets: Rush Limbaugh: An Army of One. Sentinel, New York 2010, ISBN 978-1-59523-063-8.
⢠John K. Wilson: The Most Dangerous Man in America: Rush Limbaugh's Assault on Reason. Thomas Dunne Books, New York 2011, ISBN 978-0-312-61214-6. Teilweise einsehbar bei Google Books.
Einzelnachweise
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